Neue Feuerwache könnte früher gebaut werden. Altes Gerätehaus könnte dann als dringend benötige Flüchtlingsunterkunft genutzt werden – 2016 kommt ein neuer Hubrettungswagen.

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Bad Lippspringe(Ka). Der für 2018 geplante Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses in Bad Lippspringe wird möglicherweise um ein Jahr vorgezogen. Entsprechende erste Überlegungen der Stadtverwaltung hat Bürgermeister Andreas Bee in der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr bestätigt.

Seit dem vergangenen September ist Bad Lippspringe Besitzerin des ehemaligen MW-Geländes. Auf dem knapp 24?000 Quadratmeter großen Grundstück sollen nicht nur zusätzliche Gewerbegrundstücke ausgewiesen werden. Die Stadt möchte hier auch Pläne für ein neues Feuerwehrgerätehaus realisieren. Die mittelfristige Finanzplanung von Kämmerin Erika Josephs geht von einer Investitionssumme in Höhe von 1,8 Millionen Euro aus.

Mit dem Bau soll eigentlich nach Ende der Landesgartenschau im Jahr 2018 begonnen werden. Jetzt könnte alles viel schneller gehen.
Wie Bee in seinem Grußwort deutlich machte, bleibt auch für Bad Lippspringe die Unterbringung von Flüchtlingen die große Aufgabe der nächsten Monate und vielleicht sogar Jahre. In der Stadtverwaltung gibt es deshalb erste Überlegungen, den Bau der neuen Feuerwache auf 2017 vorziehen. »Das würde uns zwei wichtige Optionen eröffnen«, machte Bee deutlich. »Als zusätzliche Flüchtlingsunterkunft stünde dann das bisherige Feuerwehrgerätehaus an der Wilhelm-Hücker-Straße zur Verfügung. Es bestünde alternativ dazu aber auch die Möglichkeit, Teile der neuen Feuerwache für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen. »Diese Überlegungen«, auch das stellte Bee klar, »stehen noch ganz am Anfang und bedürfen noch einer eingehenden Diskussion.« Deren Ausgang sei völlig offen.
Klarheit schaffen konnte

Bad Lippspringes Bürgermeister dagegen in einem anderen Punkt: Bereits in wenigen Wochen sollen die noch vorhandenen Gebäude auf dem früheren MW-Gelände abgerissen werden. Bees Versprechen, die Feuerwehr in die nun anstehenden Planungen fest mit einzubeziehen, griff Wehrführer Michael Heck sofort auf. »Wir bringen uns gerne ein.« Dadurch sei auf jeden Fall gewährleistet, dass die neue Feuerwache auch die Anforderungen und Erwartungen nachfolgender Generationen erfüllen könne.

Anlass zur Freude hat Heck noch aus einem anderen Grund: Die Feuerwehr Bad Lippspringe bekommt voraussichtlich noch 2016 einen neuen Hubrettungswagen; er soll die 27 Jahre alte Drehleiter ersetzen.

Zahlen und Fakten bestimmten den weiteren Verlauf der Tagesordnung: Im vergangenen Jahr musste die Badestädter Feuerwehr zu insgesamt 168 Einsätzen ausrücken, 20 Personen konnten dabei aus teilweise lebensgefährlichen Situationen gerettet werden. Laut Statistik gab es 2015 insgesamt 26 Klein- und Mittelbrände. Zugenommen hat mit 116 Einsätzen die Zahl der technischen Hilfeleistungen. (2014: 75) »Alles in allem war es aber ein unspektakuläres Einsatzjahr«, bilanzierte Heck.
Die Jahreshauptversammlung brachte auch personelle Veränderungen mit sich: Christian Hoffbauer wurde nach zwölf Jahren als Leiter der Jugendfeuerwehr verabschiedet. Sein Nachfolger ist Philipp Wittbecker. Hoffbauer ist jetzt Zugführer im Warnzug des Kreises Paderborn. Einen Wechsel gab es auch im Amt des Schriftführers: Auf Kerstin Alewelt folgt Domenik Siebel.

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Fotos; Für 40-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr ausgezeichnet wurde Robert Zimmermann (2. von rechts). Es gratulieren Wehrführer Michael Heck, Bürgermeister Andreas Bee und der stellvertretende Landrat Vinzenz Heggen. Fotos: Klaus Karenfeld

Kreisbrandmeister Elmar Keuter (links) und der stellvertrende Landrat Vinzenz Heggen (3. von links) gratulieren Markus Schäfers, Christian
Hoffbauer, Sabine Bunte und Torsten Heggemann zum 25-jährigen Jubiläum. Mit im Bild: Wehrführer Heck und Bürgermeister Bee.

Bercht: Westfälisches Volksblatt