Fast täglich im Einsatz. Feuerwehr Hövelhof: enorme Investitionen in neues Einsatzleitfahrzeug und Gelände des Gerätehauses.

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Hövelhof(WV). »Im vergangenen Jahr gab es ruhigere Phasen, aber es waren auch Tage dabei, an denen wir bis zu vier Mal ausrücken mussten«, machte Schriftführer Sebastian Lienen deutlich, dass 2015 für die Hövelhofer Feuerwehr sehr einsatzreich war. Insgesamt 357 Mal rückten die 109 Mitglieder aus. Einsatzdienst, Aus- und Weiterbildung, Brandwachen und viele weitere Dienste bescherten der Sennewehr über 23 500 Stunden.

Bei 55 Brandeinsätzen, 164 Hilfeleistungen, 45 Einsätzen des vorbeugenden Brandschutzes und 37 First-Responder-Einsätzen war das Fachwissen der Feuerwehrleute um Wehrführer Peter Kesselmeier gefordert. Unter den Hilfeleistungseinsätzen machten 106 Sturm- und Wasserschäden den Löwenanteil aus. Bei den Brandeinsätzen galt es neun Mal, Flächen- und Waldbrände zu bekämpfen. Auch in der Flüchtlingsunterkunft in Staumühle war die Hövelhofer Wehr aktiv. 20 Mal leisteten die Blauröcke hier Hilfe.
»Wir haben im vergangenen Jahr viel Engagement aufgebracht, um die Menschen zu schützen. Diese Maßnahmen zum Wohl der Bürger werden wir auch 2016 weiterentwickeln«, dankte Wehrführer Peter Kesselmeier seinen aktiven Kameraden für den aufopferungsvollen Dienst.

Als Beispiel führte der Jahresbericht von Sebastian Lienen die Arbeit der First Responder auf. Bei den 37 Einsätzen wurden 44 Personen notfallmedizinisch versorgt. »Im Schnitt konnten wir das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen von Rettungswagen oder Notarzteinsatzfahrzeug um 4,7 Minuten senken«, betonte der Schriftführer.
Im Herbst begannen sieben Mitglieder der Feuerwehr einen 520 Stunden umfassenden Rettungssanitäterlehrgang an der DRK-Landesschule in Münster

»In den vergangenen Jahren ist die Bedeutung des Zusammenlebens im Frieden sehr bewusst geworden. Ein wichtiger Teil der inneren Sicherheit sind die Dienste der Feuerwehren«, dankte Bürgermeister Michael Berens in seinem Grußwort. »Jeder Hövelhofer Feuerwehrmann opfert im Schnitt pro Jahr einen kompletten Erholungsurlaub mit 30 Tagen. Der jüngste schwere Unfall auf der Autobahn hat gezeigt, wie wichtig die Tagesalarmbereitschaft ist. Das funktioniert nur, wenn man auch Arbeitsplätze vor Ort hat und die Arbeitgeber die Feuerwehr unterstützen«, betonte Berens und appellierte an die Landesregierung, von Planungen zu zentralen überregionalen Gewerbeflächen Abstand zu nehmen. »Ein Gewerbepark in Bad Wünnenberg hilft uns nicht weiter. Außerdem brauchen wir auch Baugebiete am Ort, in denen sich, wie im jüngsten Baugebiet, auch junge Feuerwehrleute ansiedeln«, gab sich Berens kämpferisch, um das hohe Einsatzniveau der Hövelhofer Wehr auch künftig zu unterstützen.
Hierzu kündigte Michael Berens Investitionen in Höhe von rund 750 000 Euro an. Eventuell schon im Herbst ist ein neues Einsatzleitfahrzeug verfügbar. »Wir brauchen das beste Material, um die hervorragenden Strategien der Wehrführung umzusetzen«, lobte Michael Berens die Wehrführung ausdrücklich.
»In den vergangenen Jahren ist nicht nur das Einsatzspektrum der Wehr gewachsen, auch die Zahl der aktiven Mitglieder hat erfreulicherweise enorm zugenommen. Die 1000 Quadratmeter des Gerätehaus sind zu klein«, so Berens. Um der Parkplatzproblematik, der beengten Fahrzeughalle sowie den in die Jahre gekommenen Sanitäranlagen zu begegnen, möchte die Gemeinde eine 3000 Quadratmeter große Fläche neben dem Gerätehaus ankaufen. »In einem Fünf-Jahres-Plan könnten wir dann die Einsatzhalle verlagern, neue Gebäudestrukturen schaffen, die Sanitäranlagen modernisieren und auch ausreichend Parkplätze für die Feuerwehrleute zur Verfügung stellen«, sieht Berens die Planungen auf einem guten Weg. Die hohe Motivation der Hövelhofer Feuerwehrleute lobte Kreisbrandmeister Elmar Keuter.

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Ernennungen und Beförderungen
Ein wichtiger Teil der Jahreshauptversammlung waren zahlreiche Ernennungen und Beförderungen. So wurde Max Rempe zum Leiter der Arbeitsgemeinschaft Atemschutz ernannt. Thomas Holzmann wurde nach Ablauf der Probezeit zum Leiter der First-Responder-Gruppe ernannt und Dr. Georg Schneider zum ärztlichen Leiter der First Responder.

Für 35 Jahre aktiven Dienst wurde Hauptbrandmeister Reinhold Werner mit dem Feuerwehrehrenabzeichen in Gold des Landes NRW und Oberbrandmeister René Hentschel für 25 Dienstjahre mit dem Feuerwehrehrenabzeichen in Silber des Landes NRW ausgezeichnet.
Zu Oberbrandmeistern wurden Marcel Hagel und Sebastian Lienen, zum Brandmeister Max Rempe befördert. Neue Unterbrandmeister sind Konstantin Grotebrune und Thomas Dombrowski.

Zu Oberfeuerwehrmännern wurden Cederic Trienens, Kevin Wiethoff und Lukas Eickmann ernannt. Aus den Reihen der Jugendfeuerwehr wurden als Feuerwehrmänner Patrick Desel, Erik Schiermeyer, Daniel Wördemann, Leon Göke, Simon Spieker, Marcel Horenkamp und Jan Sindermann in die aktive Wehr übernommen. Ein Präsent erhielt Gerätewart Jörg Pott, der seit mehr als 20 Jahren mit vorbildlichem Einsatz die Fahrzeuge und Ausrüstung pflegt.

Westfälisches Volksblatt von Axel Langer