»Sie sind einmalig«. Notfallseelsorge Paderborn feiert 20-jähriges Bestehen. Ob in akuten Notsituationen oder bei Schicksalsschlägen: Die Notfallseelsorge Paderborn ist vor Ort, um das Leid und die Not der Betroffenen mitzutragen und ein wenig kleiner zu machen – und das seit 20 Jahren. Das Jubiläum hat die Notfallseelsorge mit einem Empfang im Rathaus in Paderborn gefeiert.

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Paderborn: Stefan Westhoff, Sprecher des Leitungsteams der Notfallseelsorge, bedankte sich vor allem bei den vielen Ehrenamtlichen, ohne die die Arbeit überhaupt nicht möglich wäre. Einige der Ehrenamtlichen sind schon seit der Gründung 1998 dabei und konnten beobachten, wie sich die Notfallseelsorge in den vergangenen 20 Jahren zu einem »sehr wichtigen Bestandteil der Versorgung in Krisensituationen« entwickelt hat.

Westhoff honorierte auch, dass die Ehrenamtlichen in ihrer Freizeit und neben ihren Jobs noch die Zeit finden, sich bei der Notfallseelsorge zu engagieren. Der Bereitschaftsdienst mache den größten Teil der Arbeit aus, doch auch Weiterbildungen und Supervision seien wichtige Bestandteile. Westhoff sprach auch den drei Kooperationspartnern, der evangelischen und der katholischen Kirche sowie der Stadt Paderborn, Dank für die Unterstützung sowie der Feuerwehr Paderborn, bei der die Notfallseelsorge in der Feuerwache Süd eingebunden ist, seinen Dank aus.

Zwei Mitarbeiter der Notfallseelsorge führten typische Szenen der alltäglichen Arbeitsvor- und Nachbereitung vor, die verdeutlichten, welche Schwierigkeiten die Seelsorge in Krisensituationen mit sich bringe und wie belastend diese Arbeit für die Ehrenamtlichen sein könne. Trotz alledem finde sich immer ein Mitarbeiter für den Bereitschaftsdienst, so dass sich über die Jahre eine sehr gute Gemeinschaft gebildet habe.

Der zweite stellvertretende Bürgermeister Paderborns, Martin Pantke, erinnerte im historischen Rathaus an zwei große und sehr wichtige Einsätze dieses Jahres: Am 7. April befand sich zufällig eine Gruppe der Notfallseelsorge Paderborn in Münster, als ein Amokfahrer in die Gaststätte am Kiepenkerl raste. Die Mitarbeiter unterstützten tatkräftig die ortsansässigen Einsatzkräfte. Nur einen Tag später wurde in Paderborn eine 1,8 Tonnen schwere Weltkriegsbombe entschärft. Dafür mussten 26.000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Trotz der Ereignisse von Münster am Vortag halfen auch bei der Evakuierung viele Mitarbeiter der Notfallseelsorge mit. Pantke erinnerte daran, wie wichtig auch die alltäglicheren Einsätze seien, die vielleicht nicht für so viele Menschen von Bedeutung, aber für die Betroffenen von höchster Wichtigkeit seien. Hierfür sprach er den Mitarbeitern im Namen der Stadt Paderborn Respekt und Anerkennung aus.
»Sie sind einmalig!«, sagte Rainer Fromme, der als Vertreter des Dekanats Paderborn gratulierte. Er zeigte auf, wie passend der Begriff »Seelsorge« in diesem Zusammenhang sei, da sich die Mitarbeiter um die Seele der Betroffenen sorgten. Fromme mahnte, dass die Ehrenamtlichen die Sorge um ihre eigene Seele nicht zu kurz kommen lassen sollten.

Quelle: Westfälisches Volksblatt