|
Wasserrettungseinsatz, Feuerwehr Paderborn und Delbrück.
Bericht: Feuerwehr Paderborn. 10:57 Uhr Vermisste Person in Wasser, Ostenländerstr. Paderborn-Sande
Der Feuerwehr wurde eine vermutlich vermisste Person am Boker Kanal in Paderborn-Sande gemeldet. Zu diesem Einsatz wurden zunächst der Löschzug der Feuerwache Nord, das LF 24 der Feuerwache Süd, die Tauchergruppe der Feuerwehr sowie der Beamte vom Einsatzführungsdienst alarmiert. Die Freiwillige Feuerwehr mit der Einheit Sande wurde ebenfalls alarmiert und rückte mit zwei weiteren Löschfahrzeugen zur Einsatzstelle aus. Ebenfalls alarmiert und ausgerückt sind die Taucher der DLRG Paderborn.
Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte nach 5 Minuten wurde vor Ort, nach Einweisung durch die Polizei, an der Böschung zum Boker Kanal ein Fahrrad vorgefunden. Die Situation ließ einen Sturz des Radfahrers vermuten und es musste davon ausgegangen werden, dass der Radfahrer in den Boker Kanal gestürzt war.
Da sich die Einsatzstelle in das Zuständigkeitsgebiet der Feuerwehr Delbrück verlagert hatte, wurde diese nachträglich alarmiert. Der Einsatzbereich wurde in mehrere Abschnitte unterteilt. In Absprache mit der Polizei und der Feuerwehr Delbrück suchten zwei Taucher der Feuerwehr Paderborn beginnend von der Fundstelle des Fahrrades den Boker Kanal nach der Vermissten Person in Richtung Delbrück ab. Parallel durchsuchten Einsatzkräfte der Freiwilligen Einheit Sande die Uferbereiche sowie die angrenzenden Felder. Eine Person konnte hier nicht gefunden werden.
Zur Unterstützung der Einsatzkräfte aus der Luft wurde von der Polizei ein Hubschrauber angefordert. Nach Abschluss der Sucharbeiten im "Paderborner Abschnitt" erhielten die Einsatzkräfte von der Leitstelle der Polizei die Mitteilung, dass die vermisste Person wohlbehalten zu Hause vorgefunden wurde. Der Einsatz der Feuerwehr Paderborn konnte nach ca. 2 Stunden beendet werden.
Einsatzleitung: FW Paderborn: BOAR Richard Kühling, FW Delbrück: LdF Reinhard Brand, Fotos: M.Köppelmann,wb.
   
Neue Westfälische:
Paderborn-Sande : Ein an der Uferböschung des Boker Kanals liegendes Herrenrad, in unmittelbarer Nähe leere Getränkedosen und ein Handtuch, am nächsten Wehr Badesandalen und eine Shampoo-Flasche. Doch weit und breit keine Spur vom Besitzer. Als Passanten die Polizei über ihre Entdeckung an dem Radweg zwischen Sande und Ostenland informieren, befürchten auch die Beamten das Schlimmste: Ein Radfahrer könnte ins Wasser gefallen sein. Zwei Stunden lang durchsuchten rund 60 Helfer von Polizei und Feuerwehr am Samstagvormittag den Uferbereich des Boker Kanals am mutmaßlichen Unfallort, etwa 300 Meter von der Ostenländer Straße entfernt. Der Löschzug der Feuerwache Nord war ebenso im Einsatz wie die Taucher der Feuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr Sande und die alarmierte Feuerwehr Delbrück. Auch Taucher der DLRG suchten im Kanal, während am Himmel ein Polizei-Hubschrauber kreiste. Als sich noch während der Suche plötzlich ein 44-Jähriger direkt an der Fundstelle als Fahrradbesitzer bei der Polizei meldete, war die Erleichterung groß. Der Delbrücker erklärte, dass er am Vorabend auf dem Weg vom Lippesee nach Delbrück beim Radeln gestürzt und im Wasser gelandet sei. Er sei zu Fuß nach Hause gegangen und wolle nun sein Rad holen.
"Die Situation war eindeutig, bei der Faktenlage der Polizei musste gesucht werden", sagt Stadtbrandinspektor Reinhard Brand, Leiter der Feuerwehr Delbrück. Den Radweg benutzten sehr viele Radler, er sei zum Teil durchsetzt mit dicken Wurzeln: "Es ist leicht vorstellbar, dass dort mal jemand verunfallt. Und der Kanal führt wesentlich mehr Wasser als üblich und hat eine höhere Fließgeschwindigkeit." Ob der 44-Jährige am Vorabend alkoholisiert gewesen ist, sei nicht bekannt, heißt es bei der Polizei. Und wer die Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro für den Großeinsatz zahlen muss, war am Wochenende nicht eindeutig zu erfahren.
Ralf Schmitz, stellvertretender Kreisbrandmeister und Chef der Paderborner Wehr, ist in erster Linie "heilfroh, dass die Geschichte gut ausgegangen ist. Darüber freuen wir uns unheimlich." Diese Wende sei nicht absehbar gewesen: "Wir sollten es als gelungene Übung im Zusammenspiel aller Helfer sehen." Kosten für solche Einsätze müssen Bürger zum Beispiel zahlen, wenn Vorsatz im Spiel ist. "Das sehe ich hier nicht", so Schmitz. Vor Jahren hatte ein Mann ein Motorrad versenkt, um sein Verschwinden zu tarnen. |