Erster Wintersturm legt den Bahnverkehr lahm. Auf den Schienen Richtung Ruhrgebiet geht 90 Minuten nichts mehr – Lkw umgeworfen..

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In der Paderborner Innenstadt kam es schon vor 07:00 Uhr zu kurzfristigen Behinderungen durch umgekippte Warnbaken und umherwehende Planen. Die Feuerwehr musste erstmals um kurz nach 08.00 Uhr ausrücken, weil auf der Bahnhofstraße ein dicker Ast drohte auf die Fahrbahn zu stürzen.

Zwischen 10.00 Uhr und 11.00 Uhr kippten in Paderborn, Paderborn-Elsen, Salzkotten-Verne und Delbrück Bäume um. Die Bahnstrecke bei Salzkotten-Scharmede musste kurzfristig gesperrt werden, weil sich Kunststoffplanen in den Fahrleitungen verfangen hatten. Um 10.10 Uhr fuhr ein Lkw-Fahrer (50) auf der K1 von Lichtenau-Ebbinghausen in Richtung Borchen-Dörenhagen. Auf der Höhe mit freien Feldern bemerkte der Fahrer, dass sein Gespann von Windböen erfasst wurde. Er stoppte das Fahrzeug am Straßenrand. Hier ergiff eine starke Böe den leeren Anhänger des Lasters und kippte ihn in den Graben. Auch der Lastwagen selbst kippte auf die Seite. Der Fahrer konnte noch den Notruf absetzen, kam aber nicht selbstständig aus dem Führerhaus. Die Feuerwehr befreite den Verletzten. Mit einem Rettungswagen kam der Mann ins Krankenhaus. Die Bergungsarbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Die Kreisstraße bleibt wegen des Sturms voraussichtlich bis Montag zwischen Kreisverkehr Ebbinghausen und Dörenhagen gesperrt.

Bericht: Polizeipresse

Westfälisches Volksblatt

Kreis Paderborn(WV). Heftige Sturmböen sind gestern über das Paderborner Land hinweggefegt und haben einigen Schaden angerichtet. Auf der Kreisstraße 1 bei Ebbinghausen wurde ein Lastwagen umgeweht. In Scharmede standen wegen umherfliegender Planen, die sich in Oberleitungen verfingen, 90 Minuten alle Züge still.

Planen eines Erdbeerfeldes waren am Morgen unweit des Scharmeder Bahnhofes in die Oberleitung geweht worden und hatten sich in dieser verfangen. Die Bahn sperrte sofort die Strecke Paderborn-Hamm in beide Richtungen. Betroffen waren zehn Personenzüge. Zwei IC-Züge wurden über Hannover umgeleitet. Für den Intercity ins Ruhrgebiet wurde in Paderborn ein Schienenersatzverkehr (Busse) eingerichtet. Eine Zugverbindung fiel aus. Ein Bahnsprecher sagte, es habe Verspätungen von etwa 15 Minuten pro Zug gegeben.

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Ein technischer Schaden sei nicht entstanden, weil die Bahn rechtzeitig die Züge stoppen konnte. »Es bestand die Gefahr, dass sich die Planen im Stromabnehmer des Zuges verfangen. Das hätte zu Beschädigungen der Oberleitung führen können«, erklärte Maximilian Heese. Die Bahn hatte sofort die Oberleitung (15   000 Volt) abgeschaltet. Der Notfallmanager hat den nach der Abschaltung verbliebenen Reststrom, immerhin noch 3000 Volt, über Erdungskabel und -stangen ins Gleisbett geleitet. Erst danach konnten die 15 Feuerwehrmänner aus Scharmede und Thüle die meterlangen Planen vorsichtig aus der Oberleitung ziehen. Dazu wurden diese in Stücke geschnitten.

Auf der Strecke von Lichtenau-Ebbinghausen nach Dörenhagen wurde ein Lastwagenfahrer am Vormittag regelrecht von der Straße gefegt. Als der 50-Jährige bemerkte, wie die Böen bedrohlich an seinem unbeladenen Gespann zerrten, stoppte er. Nur Sekunden später stürzten Anhänger und Zugmaschine auf die Seite. Der Mann konnte sich nicht alleine befreien, andere Autofahrer eilten ihm zu Hilfe. Er wurde leicht verletzt in ein Paderborner Krankenhaus gebracht.

Wegen des anhaltend starken Windes – Samstag soll der Wind noch einmal auf orkanartige Böen zunehmen – soll das Gespann eines Hövelhofer Unternehmens erst am Montagmorgen mit Hilfe eines Krans aufgerichtet werden. Bis dahin bleibt die Kreisstraße in beiden Richtungen gesperrt. Über die Schadenshöhe konnte die Feuerwehr keine Angaben machen.

Bereits am frühen Morgen kam es zu Behinderungen in der Paderborner Innenstadt. Dort waren Warnbarken umgekippt, und Planen wehten umher. Um kurz nach 8 Uhr musste die Feuerwehr ausrücken, weil ein dicker Ast auf die Bahnhofstraße zu stürzen drohte. Zwischen 10 und 11 Uhr kippten in Paderborn. Elsen, Verne und Delbrück Bäume um.

Bericht: Westfälisches Volksblatt
Fotos: Marc Köppelmann