Jahreswechsel 2014 - 2015 aus Sicht der Feuerwehr Paderborn
Die Feuerwehr Paderborn erlebte wie im vergangenen Jahr einen durchwachsenen Jahreswechsel. Während sich das alte Jahr an Silvester ruhig verabschiedete und die ersten Minuten des neuen Jahres auch unspektakulär verliefen, waren die Einsatzkräfte zwischen 0:15 Uhr bis etwa 6:00 Uhr gefordert.


Die Einsatzzahlen waren mit denen der Vorjahre vergleichbar. Hier die chronologische Zusammenfassung:
31. Dezember 2014: Das alte Jahr verabschiedet sich ruhig.
Im Verlauf des 31.12. wurden die Brandschutzkräfte der Feuerwehr Paderborn am Nachmittag lediglich zu einer Tierrettung alarmiert. Gegen 15:30 Uhr wurde ein herrenloser Hund gemeldet, der eingefangen und in das Tierheim gebracht wurde, wo er den Jahreswechsel geschützt vor dem Feuerwerk verbringen konnte.
Der Rettungsdienst verlebte einen „durchschnittlichen“ Tag. Neben dem üblichen Notfallaufkommen musste eine Intensivverlegung durchgeführt werden. Unmittelbar vor dem Jahreswechsel waren zwischen 20:00 Uhr und 00:00 Uhr insgesamt fünf Rettungswagen- und drei Notarzteinsätze erforderlich.

Vorbereitungen auf den Jahreswechsel
Die Feuerwehr Paderborn hielt zum Jahreswechsel neben den üblichen Einsatzkräften einen in den Nachtstunden zusätzlich einen durch Brandschutzpersonal besetzten Rettungswagen auf der Feuerwache Nord vor. Insgesamt waren somit auf den Wachen Nord, Süd und Schloss Neuhaus neben den besetzten Brandschutzfahrzeugen zwei Notarzteinsatzfahrzeuge und fünf Rettungswagen (ohne Reservefahrzeuge des Brandschutzdienstes) besetzt. Damit sorgten nachts 32 Einsatzkräfte der hauptamtlich besetzten Feuer- und Rettungswachen für die Sicherheit der Paderbornerinnen und Paderborner.

Die Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr hielten sich ebenfalls einsatzbereit.
01. Januar 2015: Bis 8:00 Uhr wie gewöhnlich viel zu tun
Mit 23 Rettungswageneinsätzen (hauptsächlich Alkoholmissbrauch, Stürze, Körperverletzungen und Verletzungen durch Feuerwerkskörper), vier Krankentransporteinsätzen und sieben Notarzteinsätzen bis 08:00 Uhr begann das Jahr 2015 für den Rettungsdienst ähnlich wie das letzte Jahr. Wegen der höheren Zahl von Notfalleinsätzen waren teilweise bis zu sieben Rettungswagen gleichzeitig im Einsatz, drei hiervon zusätzlich durch Brandschutzpersonal besetzt.
Unruhig begann das Jahr 2015 wieder für den Brandschutzdienst. Bereits um 0:15 Uhr rückte das Löschfahrzeug der Wache Süd und der Löschzug Elsen der Freiwilligen Feuerwehr zum ersten Einsatz aus. Gemeldet war ein Brand eines Baumes an der Straße Am Richterbusch. Aufgrund des beherzten Eingreifens von Anwohnern, die das Feuer selbst löschen konnten, konnte der Einsatz aber noch auf der Anfahrt abgebrochen werden.
Insgesamt 9 Brand- und Hilfeleistungseinsätze zwischen 0:15 Uhr und 6:00 Uhr wurden überwiegend durch Feuerwerkskörper und durch die nach Mitternacht einsetzende Eisglätte verursacht. Die fünf Brandeinsätze beschränkten sich auf Mülleimer- und Gebüschbrände. Die relativ geringe Anzahl der Brandeinsätze ist wohl auf den lange anhaltenden Nieselregen am 31.12. in den Tagstunden zurückzuführen.

Eine Herausforderung für die Einsatzkräfte waren dabei die Anfahrten zu den Einsatzstellen, da die Straßen zunächst voller Menschen und Resten von Feuerwerkskörpern und Getränkeflaschen waren, und später die einsetzende Eisglätte das zügige Fortkommen der Rettungsfahrzeuge erschwerte.

Zwei länger dauernde Einsätze waren zu bewältigen:
3:35 Uhr: Autobahn 44, Höhe Talbrücke Friedenstal, Verkehrsunfall
Aufgrund eines Verkehrsunfalls mit einem Schwerverletzten und acht überwiegend leicht Verletzten wurde der Leitende Notarzt des Kreises Paderborn alarmiert. Dieser kam in der Neujahrsnacht aus Paderborn und wurde mit dem Kommandowagen des Führungsdienstes (B-Dienst) zum Einsatz gebracht.

4:24 Uhr: Paderborn, Paderborner Straße Höhe Möbelhaus Finke, Verkehrsunfall
Großes Glück im Unglück hatte der 24-jährige Fahrer eines PKW, der die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hatte. Der Wagen kam von der Straße ab, riss einen Baum nieder und prallte mit großer Wucht gegen einen zweiten Baum. Trotz der großen Aufprallgeschwindigkeit von vermutlich etwa 80 km/h und der damit verbundenen starken Deformierung des Fahrzeugs, trug der junge Mann nur leichte Verletzungen davon und konnte sich selbst aus dem Wrack befreien und die Feuerwehr alarmieren, welche dann wegen eines PKW-Brandes alarmiert wurde.
Der Unfallfahrer wurde vom Rettungsdienst untersucht und vorsichtshalber mit einem Rettungswagen der Feuerwehr in ein Paderborner Krankenhaus transportiert, wo er zur Beobachtung aufgenommen wurde. Hätten Beifahrer in diesem Fahrzeug gesessen, hätte der Unfall in einer Tragödie enden können, da hier die Verformungen des Fahrzeugs am größten waren. Die Feuerwehr sicherte die Einsatzstelle ab. Die Unfallursache wird von der Polizei ermittelt.

Einsatzzahlen 2014
 
Mit insgesamt 13.972 (2013: 13.238) Rettungswageneinsätzen 2014 ist ein Anstieg um 5,5 % bei den Notfalleinsätzen zu verzeichnen. Die Anzahl der Einsätze im Krankentransport lag mit 9.207 (10.134) niedriger als im Vorjahr.
Der Rückgang der Einsatzzahlen im Krankentransport hängt mit der Schließung des Landeshospitals im November 2013 und dem damit verbundenen deutlichen Rückgang der sogenannten Interhospitaltransporte zwischen den Standorten des St. Vincenz-Krankenhauses zusammen. Diese wurden bis November 2013 auf Grundlage einer besonderen vertraglichen Vereinbarung mit dem Krankenhaus durchgeführt und werden seitdem durch den öffentlichen Krankentransport sichergestellt. Um diesen Umstand bereinigt ergibt sich ein Anstieg der Einsatzzahlen im öffentlichen Krankentransport von mindestens 4,2 %.
Bei der Anzahl der Notarzteinsätze ergab sich mit 5.946 Einsätzen (2013: 5.649) eine Steigerung von 5,3 %.
Im Brandschutz- und Hilfeleistungsdienst der Feuerwehr Paderborn war ein Anstieg von 11,9 % gegenüber dem Vorjahr von 1.515 auf 1.695 Einsätze zu verzeichnen.
Im Bereich Brandbekämpfung waren im Jahr 2014 insgesamt 529 (2013: 493) Einsätze zu bewältigen. Daneben wurden 1.166 (1.022) Hilfeleistungseinsätze bearbeitet. Im Jahr 2014 gab es bedauerlicherweise zwei Brandtote in der Stadt Paderborn zu beklagen.
Soweit die Berichterstattung zum Jahreswechsel bei der Feuerwehr Paderborn. Wir wünschen Ihnen und Ihren Lesern / Hörern ein gutes und gesundes Jahr 2015.
BA Michael Beivers, Einsatzleiter Feuerwehr Paderborn