Brandstiftung an Wohnmobil, Maspernplatz.
  • Paderborn



Paderborn: Auf dem Maspernplatz ist in der Nacht zu Donnerstag ein Wohnmobil, in dem zwei Personen schliefen, durch ein Feuer leicht beschädigt worden. Beim Löschen des Brandes erlitt der Besitzer leichte Verletzungen. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Der 66-jährige Wohnmobilbesitzer aus dem Kreis Nienburg parkte sein Campingfahrzeug am Mittwoch auf den Wohnmobilstellplätzen am Maspernplatz. Gegen 23:00 Uhr legten sich der Mann und seine 53-jährige Begleiterin schlafen. Um 01:45 Uhr bemerkte der Mann Brandgeruch. Er weckte die Frau und sie verließen gemeinsam das Wohnmobil. An der Außenwand des Fahrzeugs loderten Flammen. Mit einer Wolldecke und Wasser gelang es dem 66-Jährigen, das Feuer zu löschen. Dabei zog er sich leichte Brandverletzungen zu. Er wurde vom Rettungsdienst zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Den entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa 3.000 Euro.

Aufgrund der vorgefundenen Spuren geht die Polizei von Brandstiftung aus. Entsprechende Ermittlungen sind eingeleitet. Ein Zusammenhang mit den vier Autobränden aus der Vornacht wird nicht ausgeschlossen. Die vier in der Nacht zu Mittwoch betroffenen Fahrzeuge werden heute von Kriminalbeamten und einem Sachverständigen untersucht.

Die Polizei sucht weiter nach Zeugen, die Hinweise auf verdächtige Personen geben können. Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer 05251/ 3060 entgegen.

Bericht: Polizei

Neue Westfälische

Paderborn:  Die Ferienreise eines Paares aus Niedersachsen endete unplanmäßig schon an der Pader. Unbekannte legten nachts Feuer an dem Wohnmobil der Urlauber, die in ihrem Gefährt schliefen. Die Polizei schließt einen Zusammenhang mit den vier Autobränden unweit des Maspernplatzes nicht aus.
Glück im Unglück: Mit ihren gesamten Trinkwasservorräten und einer großen Decke gelang es Heinz-Peter Harries und Sabine Lorenz, die hoch lodernden Flammen an ihrem Wohnmobil zu löschen.
Der Schock steht Heinz-Peter Harries noch ins Gesicht geschrieben. Statt einer ruhigen Urlaubsnacht erlebten der Nienburger und seine Lebensgefährtin in Paderborn einen Albtraum: Während sie auf dem Maspernplatz in ihrem Wohnmobil schliefen, zündelten Unbekannte in der Nacht auf Donnerstag an ihrem Campingfahrzeug. Dass Harries im Schlaf den Brandgeruch bemerkte, hat ihnen wohl das Leben gerettet.
Nach den vier Autobränden der Vornacht ermittelt die Polizei auch hier wegen Brandstiftung. Nach einem Bummel durch die Domstadt und einem Essen im Ratskeller hatte sich das Paar gegen 23 Uhr schlafen gelegt. "Ich bin aufgewacht, weil ich einen leichten Brandgeruch in der Nase hatte, war aber sicher, dass im Wohnmobil alles in Ordnung ist", berichtet Heinz-Peter Harries. Als er sich aufsetzt, sieht er draußen einen hellen Schein und öffnet die Tür. "Es war ein Riesenschreck, als ich das Feuer über dem Radkasten sah. Die Flammen an der Außenwand schlugen sehr hoch. Ganz still und lautlos." Geistesgegenwärtig reißt der pensionierte Pädagoge eine Decke aus dem Fahrzeug, während seine inzwischen erwachte Lebensgefährtin Sabine Lorenz rasch alle Trinkvorräte aus dem Wohnmobil holt, denn ein Feuerlöscher ist nicht an Bord. Obwohl der Kunststoff heftig brennt, gelingt es ihnen, das Feuer mit Wasser und Decke nach mehreren Minuten zu löschen. "Ein einsamer Kampf", sagt Harries, der sich leichte Brandverletzungen am Finger zugezogen hat. Andere Urlauber, die in mehreren Mobilheimen direkt neben dem Nienburger nächtigen, bekommen von dem Feuer nichts mit.; "Wir haben unheimliches Glück gehabt", sagt Sabine Lorenz (53), die wie ihr Partner seit 1.30 Uhr kein Auge mehr zugetan hat. Hätte das Feuer zehn Minuten länger gebrannt, wäre das Wohnmobil in Flammen aufgegangen, hat ein Sachverständiger dem Paar am Donnerstagmorgen erklärt.
Die Niedersachsen mögen gar nicht mehr daran denken, dass sie in ihrem Gefährt mit dem Kopf ganz dicht an der Brandstelle gelegen haben. "Wer macht so etwas? Man geht doch davon aus dass sich in einem Wohnmobil Menschen aufhalten", ist Harries entsetzt.; Den Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 3.000 Euro und ermittelt aufgrund der vorgefundenen Spuren jetzt wegen Brandstiftung. Ein Zusammenhang mit der Vorfällen der Vornacht, als in dem Viertel vier geparkte Autos angezündet worden waren, wird von der Polizei "nicht ausgeschlossen", von einer Serie will man aber nicht reden. Informationen von Heinz-Peter Harries, nach denen eine Bielefelder Mordkommission eingeschaltet worden sein soll, wollte die Paderborner Polizei gestern nicht bestätigen. Sie sucht Zeugen, die Hinweise auf die Tat(en) geben können: Tel. (0 52 51) 30 60.; Das Lehrer-Paar aus Niedersachsen wollte gestern, am dritten Tag seines einwöchigen Urlaubs, eigentlich weiter nach Lippstadt reisen, um per Fahrrad die Römerroute zu erkunden. Doch der Spaß am Urlaub ist den Lehrern vergangen - sie machten sich auf die Heimreise. Für ihr Wohnmobil wollen sie sich nach dieser Nacht einen Rauchmelder anschaffen.

Foto: Sabine Kauke
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Westfälisches Volksblatt

Wieder brennt in der Paderborner Innenstadt ein Auto - Camper im Schlaf überrascht

Paderborn (jhan/vah). Die Serie von Brandstiftungen an Autos in der Paderborner Innenstadt hält an. In der Nacht zu Donnerstag ist auf dem Maspernplatz ein Wohnmobil angezündet worden. Bereits einen Tag zuvor waren vier Autos an verschiedenen Stellen in der Stadt in Brand gesetzt worden.Heinz-Peter Harries kann es nicht fassen: Der 66-jährige Nienburger wollte in seinem Wohnmobil eine ruhige Nacht auf dem Maspernplatz verbringen - und ist Opfer eines Brandstifters geworden. Die Polizei sucht weiter dringend Zeugen. Foto: Jörn Hannemann
 Der Vorfall in der Nacht zu Donnerstag hätte böse ausgehen können. Das Wohnmobil brannte, und die Besitzer schliefen noch darin - ohne etwas von der Gefahr zu ahnen.
Durch den Gestank verschmorten Materials, den er schlaftrunken durch die Öffnungen seines Wohnwagens wahrgenommen habe, sei er gegen 1.30 Uhr aufgeschreckt, erzählt Heinz-Peter Harries. »Zuerst dachte ich an einen bösen Albtraum, aus dem man nicht aufwacht«, berichtet der 66-Jährige noch am Donnerstagmorgen. Als er die Tür seines Wohnmobils öffnet, das an einer schlecht beleuchteten und nicht einsehbaren Stelle steht, schlagen ihm bereits die Flammen von der rechten Heckseite aus entgegen.
Gemeinsam mit seiner 50-jährigen Lebenspartnerin reagiert er sofort. »Mit einer Wolldecke habe ich versucht, die Flammen zu ersticken. Meine Lebensgefährtin füllte währenddessen leere Flaschen mit Wasser und versuchte zu löschen.« Dabei verletzte sich der Wohnmobilbesitzer leicht an der Hand.
Zum zweiten Mal verweilte das Paar, das aus Stolzenau stammt, in Paderborn. Zuletzt kamen sie zur Canossa-Ausstellung. »Für diesen Urlaub hatten wir uns nun eine Fahrt entlang der Lippe ausgesucht, und weil uns der Stellplatz am Maspernplatz noch in guter Erinnerung war, kamen wir gerne wieder«, sagt Harries: »Hätte ich gewusst, was passiert, hätte ich einen weiten Bogen um die Stadt gemacht.«
Dass nichts Schlimmes passiert ist, sei purer Zufall. »Direkt neben dem brennenden Radkasten befindet sich der Stauraum für unsere zwei Gasflaschen«, schildert der Mann aus Stolzenau: »Ein Sachverständiger hat mir hinterher gesagt, dass zehn Minuten später der Wagen komplett in Flammen gestanden hätte.« Durch den beherzten Löschversuch blieb es nun bei einem Schaden an der Außenverkleidung und dem rechten Hinterreifen. Den entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa 3000 Euro. Harries ist überzeugt: »Das war auf jeden Fall kein Dummer-Jungen-Streich. Das war ein Anschlag.«
Schon in der Nacht zu Mittwoch hatten in Paderborn vier Autos gebrannt. Dabei war an den Fahrzeugen und an naheliegenden Gebäuden ein Sachschaden von mehr als 20 000 Euro entstanden. Die Polizei schließt einen Zusammenhang mit dem Feuer am Wohnmobil nicht aus und ermittelt in alle Richtungen.
Die vier in der Nacht zu Mittwoch betroffenen Fahrzeuge sind gestern von Kriminalbeamten und einem Sachverständigen untersucht worden. Das Ergebnis zur genauen Brandursache lag gestern noch nicht vor.
 Die Polizei sucht weiter nach Zeugen, die Angaben zu verdächtigen Personen machen können. Hinweise nehmen die Beamten unter der Rufnummer 05251/3060 entgegen.