ABC-Zug beherrscht sein Handwerk. Übung: 50 Feuerwehr-Spezialisten richten in Rekordzeit Dekontaminationsplatz ein.

  • Delbrueck


Delbrück (bb). »Ich bin beeindruckt und dankbar, dass es Euch gibt«, rief Elmar Keuter den rund 50 ABC-Spezialisten
aus allen sechs Löschzügen der Freiwilligen Feuerwehr im Stadtgebiet Delbrück zu. Die hatten gerade in Bestzeit eine große Übung im Dekontaminieren von Personen und Verletzten absolviert. Für knapp die Hälfte der Einsatzkräfte
diente der Praxistest gleichzeitig als Leistungsnachweis am Ende ihrer mehrwöchigen Ausbildung zum Dekonhelfer. Glücklich nahmen die Lehrgangsteilnehmer vom Kreisbrandmeister ihre Urkunden entgegen.

Bereits 60 Minuten nach Eintreffen auf dem Gelände des Polstermöbelherstellers Gepade konnte der ABC-Zug unter Führung von Brandoberinspektor Matthias Strunz den eingerichteten Dekontaminationsplatz startklar melden. Auf den flotten Aufbau folgte der Vollbetrieb der Zelt- und Duschanlagen, die im Ernstfall dazu nützen, Betroffene von chemischen, biologischen oder radioaktiven Gefahrenstoffen zu reinigen. Gut 20 Aktive der Jugendfeuerwehr unter Anleitung von Christoph Lübbers und Christian Neiske spielten nun diese Geschädigten. Im sogenannten Schwarzbereich, der als unrein gilt, trafen sie zunächst auf Oliver Schnake und Ralf Wiedenhaus. Unter Gebläsefilteranzügen (GFA) beurteilten die zwei Rettungsdienstmitarbeiter die Schwere der vermeintlichen Verletzungen. Diejenigen, die sie als gehfähig einstuften, machten sich selbst auf den Weg ins orangefarbene Zelt.

In beiden Teilbereichen des Dekonplatzes warteten Feuerwehrkräfte, die sich um das Entkleiden der Verletzten kümmerten und sichtbare Wunden versorgten. Weitere GFA-Träger übernahmen anschließend die gründliche Waschung der Personen mit Spezialreinigungsmitteln und Schwamm. Noch andere Kameraden halfen beim Abtrocknen und Wiedereinkleiden. Sommerwetter machte die Übung in Schutzanzügen erneut zur schweißtreibenden Strapaze. Jörg Brunnert erklärte, dass im realen Notfall direkt eine zweite ABC-Einheit nachgefordert würde, um die erste Mannschaft spätestens nach 90 Minuten ablösen zu können. Weil der Aufbau und Betrieb eines Dekontaminationsplatzes genauso
material- wie personalintensiv sei, dauere es hinterher bis zu drei Tagen, die Einsatzbereitschaft wiederherzustellen, ließ der stellvertretende Zugführer bei der Schlussbesprechung außerdem wissen.

Bericht: Westfälisches Volksblatt