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18. Juli. Kreis Paderborn. PDF Drucken E-Mail
Wehren in der Senne auf dem Trockenen.

Kreis Paderborn: Weil etliche Stauseen in der Senne abgelassen worden sind, kämpfen die Wehren der Anrainerkommunen mit erheblichen Nachschubproblemen beim Löschwasser. Gemeinsam haben sie nun ein Konzept erarbeitet, wie sie die Wasserversorgung auf dem Truppenübungsplatz Senne bei der derzeit hohen Waldbrandgefahr in den Griff bekommen.

15 der 20 Seen im Gebiet der Senne hat die Bezirksregierung in Detmold in den vergangenen Monaten trockenlegen lassen. Staumauern und Dämme der Seen, die teilweise noch aus der Kaiserzeit stammten, seien nicht mehr sicher gewesen, sagt Marion Schostag-Grondorf, Juristin in der Abteilung Wasserwirtschaft. Abgelassen wurde auch der Boelke-Stausee, einer der größten in der Senne und erst vor 13 Jahren saniert. Die Sanierung sei damals offensichtlich nicht fachgerecht gewesen, durch den Damm sei bereits Wasser gesickert und es habe die akute Gefahr bestanden, dass er breche, so Schostag-Grondorf. Im Boelke-Stausee hatten die Wehren sich sonst bei Flächenbränden bedient. Bei zwei Feuern im Juni und Juli war diese Löschwasserquelle aber ausgetrocknet, die Helfer mussten über lange Strecken Schlauchleitungen legen. Die neun Löschwasserbrunnen, die die britische Armee als Ersatz für die Seen bauen will - und muss -, sind nämlich längst nicht fertig, erst zwei lassen sich schon nutzen.

Warum mit dem Ablassen des Sees nicht gewartet wurde, bis die Brunnen fertig sind? Das sei zu riskant gewesen, meint Schostag-Grondorf. Zudem habe die Armee reichlich Zeit gehabt, die Brunnen zu bohren: "Die Genehmigung wurde schon im Juli 2009 erteilt." Die Feuerwehren der Anrainergemeinden haben nun eine Karte bekommen, auf der alle möglichen Wasserentnahmestationen verzeichnet sind. Paderborns Kreisbrandmeister Bernhard Lücke ist nach einem Gespräch mit Kollegen aus Paderborn, Schlangen, Augustdorf und Schloß Holte-Stukenbrock zuversichtlich, dass man gemeinsam das eine Jahr überbrücken kann, bis die Briten fertig gebohrt haben. "Dann gibt es auch da Wasser, wo bislang nichts war", so Lücke.

Geeinigt haben sich die Wehren auch darauf, dass der Defense Fire and Rescue Service in Paderborn-Sennelager bei Bränden die freiwilligen Feuerwehren früher einbinden wird - "besonders bei der extremen Trockenheit, wie wir sie seit sieben Jahren nicht mehr hatten". Lücke spricht von einem "höheren Grundschutz". Mit den Briten habe es zudem Gespräche darüber gegeben, bei hohen Waldbrand-Warnstufen auf feuergefährliche Schießübungen beispielsweise mit Panzerfäusten und Granaten zu verzichten und sie ganz einzustellen, sobald es brennt, damit die Wehren quer durch die Senne zum Brandherd fahren können.

Bericht: Neue Westfälische, Simone Flörke, Sigrun Müller-Gerbes.