Start Presse 29. Juli. Büren.
first
  
last
 
 
start
stop
Angemeldet bleiben

29. Juli. Büren. PDF Drucken E-Mail

Helfer proben den Ernstfall.

Bürener Feuerwehrleute trainieren Rettung eingeklemmter Unfallopfer
Büren (WV/han). »UNF«: Sieht ein Feuerwehrmann dieses Einsatzstichwort auf seinem Funkmelder, dann weiß er, dass Eile geboten ist. Denn bei einem Unfall ist eine Person im Auto eingeklemmt. Genau diese Situation trainieren Bürener Wehrleute jetzt in einer Reihe von Übungen.

Endet die Fahrt vor einem Baum oder frontal in einem entgegenkommenden Auto, sind die Folgen oft schwer. Die Insassen können eingeklemmt werden. Dann sind der Rettungsdienst und die Feuerwehr gefragt. Dabei gleicht kein Verkehrsunfall dem anderen. Wie die Feuerwehr im Ernstfall möglichst schnell, schonend und effizient vorgeht, um die Verunglückten aus ihrer ausweglosen Situation zu befreien, hat die Freiwillige Feuerwehr Büren jetzt gemeinsam mit dem Rettungsdienst geübt. Ein gestelltes Einsatzszenario mit zwei Fahrzeugen und darin jeweils einer eingeklemmte Person bot den Einstand in eine Reihe von Übungsabenden zum Thema »UNF«. Diese Gelegenheit nutzten die Kollegen der Rettungswache Büren, um die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr zu fördern und von den Erfahrungen gegenseitig zu profitieren.
Gemeinsam wurden Einsatzstrategien praktisch getestet und besprochen. In den verunglückten Fahrzeugen warteten zwei ausgebildete Mimen der DLRG Büren auf ihre »Befreiung«.
»Der Lärm des berstenden Blechs, der zerspringenden Scheiben und der laufenden Geräte ist beängstigend«, sagt Unfall-Darstellerin Loreen Schipp anschließend, »ich wurde mit einer Decke und einem Helm geschützt und ein Rettungsdienstler betreute mich die ganze Zeit. Aber ehrlich gesagt möchte ich das in Wirklichkeit niemals erleben.«

Im Stadtgebiet Büren stehen Rettungsscheren und -spreizer an fünf Standorten in Büren, Harth, Steinhausen und Wewelsburg sowie an der Kreisleitstelle der Feuerwehr in Ahden zum Einsatz bereit. Mit den jeweils etwa 25 Kilogramm schweren Rettungsscheren kann das Blech von Fahrzeugen unter enormen Druck geschnitten werden. Mit den Spreizern können Fahrzeugteile auseinandergedrückt und Türschlösser geknackt werden. Weitere Gerätschaften wie lange Hydraulikstempel, Scheibenschneider, Werkzeuge, Hebekissen und vieles mehr ergänzen die Ausrüstung. Bei der Arbeit am verunglückten Fahrzeug müssen mit Wasser und Löschpulver mindestens zwei Löschmittel jederzeit verfügbar sein.
Aber nur geübte Einsatzkräfte sind in der Lage, die Rettung eingeklemmter Personen zu gewährleisten. Dafür üben die Feuerwehrleute regelmäßig und absolvieren Lehrgänge in den eigenen Zügen, an der Kreisfeuerwehrzentrale und in dem Institut der Feuerwehren in Münster.
Im Einsatzfall wird für die Rettung immer ein ganzer Zug alarmiert. Die dann mehr als 20 Feuerwehrleute übernehmen die Absicherung der Unfallstelle, sie unterstützen den Rettungsdienst und stellen die Löschversorgung sicher. Die Kräfte erhalten den Einsatzbefehl über Meldeempfänger und Sirenen und müssen sofort ihren Arbeitsplatz oder ihre Familie verlassen.

Was dramatisch aussieht, ist zum Glück nur eine Übung: Loreen Schipp, Unfall-Darstellerin der DLRG, lässt sich von Aktiven der Bürener Feuerwehr aus einem völlig zerstörten Auto befreien. Weil Unfälle mit eingeklemmten Opfern immer wieder vorkommen und hohe Ansprüche an die Helfer stellen, trainieren die Bürener Wehrleute jetzt in einer Reihe von Übungen den Ernstfall. Bericht: Westfälisches Volksblatt, Foto: Kleeschulte.

1